Hilfe bei Homosexualität und Bisexualität

Es gibt Männer und Frauen, die Lebensentwürfe zeigen, die in unserer Gesellschaft nicht herkömmlich scheinen. Schwule und lesbische Paare gelten als „anders“. Doch was ist eigentlich anders? Ist das Leben von Homosexuellen und Bisexuellen tatsächlich anders als bei Heterosexuellen? Mit welchen Vorurteilen bin ich hier konfrontiert? Und wie kann mir Psychotherapie dabei helfen?

Was versteht man unter Homo- und Bisexualität?

Unter Homosexualität wird die Liebe und Zuneigung zu Personen des eigenen Geschlechts verstanden. Homosexuelle Männer fühlen sich daher zu Männern hingezogen und haben daher kein sexuelles Interesse an Frauen. Dasselbe gilt für lesbische Frauen, die sich eben zu Frauen hingezogen fühlen und sich nicht für Sex mit Männern interessieren.
In Abgrenzung zur Homosexualität ist auch die sexuelle Orientierung zu beiden Geschlechtern zu beschreiben. Bisexuelle Personen können sich von Personen beider Geschlechter angezogen fühlen und gehen sowohl Partnerschaften mit Männern oder Frauen ein.

Homo- und Bissexualität als normale Varianten sexueller Orientierung

Homo- und BisexualitätIn unserer Gesellschaft höre ich immer wieder Diskussionen darüber, ob Homosexualität „normal“ ist. Für einige Zeit im letzten Jahrhundert galt Homosexualität noch als Krankheit. Man hat versucht sie zu heilen und Betroffenen eine heterosexuelle Neigung aufzuzwingen.
Heute werden Homo- und Bisexualität als ganz normale Varianten sexueller Orientierung verstanden. Auch wenn sie im Vergleich zur Bevölkerung nur von einem geringen Prozentsatz gelebt werden, sind sie normal und natürlich. Dieses Verständnis und die Akzeptanz sind bereits weit verbreitet. Jedoch sind Schwule und Lesben immer noch mit weit verbreiteten Vorurteilen konfrontiert. Heterosexuellen fehlt oft das Wissen, das Verständnis und die Erfahrung, um Betroffenen mit der nötigen Toleranz zu begegnen. Diese Umstände können das eigene Coming-Out erschweren.

Coming-Out

Unter dem Begriff des „Coming-Out“ wird der Prozess verstanden, in dem die eigene sexuelle Orientierung und Identität verstanden und akzeptiert werden. Die ersten Empfindungen der eigenen Homosexualität können verunsichern oder Angst auslösen. Dies kann von Vorurteilen herrühren und Gedanken auslösen, wie die Umwelt darauf reagieren würde.
Homosexuelle Personen werden sich in dieser Phase der eigenen Empfindungen bewusst und lernen mit diesen umzugehen und sie als Teil ihrer Selbst anzunehmen.
Ein weiterer Schritt, den jedoch nicht alle homosexuellen Personen gehen, kann das Outing im persönlichen Umfeld oder der Öffentlichkeit sein. Dies wird auch als äußeres Coming-Out bezeichnet. Es bedeutet das Umfeld mit der eigenen Orientierung zu konfrontieren. Dieser Schritt kostet oft sehr viel Überwindung. Es können Angst vor Ablehnung und Anfeindung bestehen. Beispielsweise die Angst von Freunden oder Familienmitgliedern nicht mehr akzeptiert zu werden und sie zu verlieren. Angst, dass Freunde plötzlich denken, dass man sie begehrt, nur weil man sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlt. Dieser Schritt ist für Betroffene oft sehr schwer und kann mitunter auch mit schmerzhaften Erfahrungen verbunden sein.

Wie hilft Psychotherapie?

Es stellt sich die Frage, wie Psychotherapie bei Homosexualität helfen soll. Wie beschrieben ist sie keine psychische Störung, sondern eine ganz normale Form sexueller Orientierung! Psychotherapie dient in diesem Zusammenhang nicht dazu Homosexualität zu heilen und Betroffene zu bekehren!

Die Therapie bietet einen geschützten Rahmen, um sich mit eigenen Gefühlen und Neigungen zu beschäftigen. In einem Raum, in dem ich keine Angst vor Bewertung haben muss, kann ich mich mit meiner eigenen sexuellen Orientierung befassen und mir dieser bewusst werden.

Am Anfang einer Therapie kann Unsicherheit und Verwirrung über die eigene Orientierung bestehen. Auch kann die Frage bestehen wie ich am besten mit meiner Sexualität im privaten oder beruflichen Umfeld umgehen soll. Psychotherapie kann hier eine wertvolle Begleitung für die Bewusstwerdung der eigenen Sexualität darstellen und beim inneren oder äußeren Coming-Out unterstützen.

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