Brauche ich eine Therapie?

Oft stellt sich am Anfang einer Psychotherapie die Frage, ob ich überhaupt eine Therapie benötige. Allgemein gültige Kriterien dafür gibt es keine! Die Entscheidung mit einer Therapie zu beginnen liegt stets bei der betroffenen Person selbst. Entscheidend ist, ob die Bereitschaft zur Veränderung gegeben und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Erleben und Gefühlen erwünscht ist.

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Welche Therapie ist für mich die Richtige?

In Österreich existieren 23 verschiedene Psychotherapiemethoden, die vom Bundesministerium für Gesundheit anerkannt sind. Die Anerkennung bedeutet, dass sie auf ihre wissenschaftliche Fundierung und Wirkung geprüft wurden.

Das Finden der passenden Psychotherapie kann mitunter schwierig erscheinen. Es stellt sich die Frage: Welche Therapie passt am besten für mich und meine Problematik?
Es gibt eine Reihe von Studien, die manche Therapieformen für bestimmte Diagnosen und Krankheitsbilder hervorheben. Andere sagen wiederum aus, dass es weniger das Therapieverfahren ist, das zur Wirkung führt, als die therapeutische Beziehung und stellen diese in den Vordergrund.

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Erhalte ich im Rahmen der Psychotherapie Medikamente?

Psychotherapeuten sind keine Psychiater und können grundsätzlich keine Medikamente verschreiben. Um Medikamente verabreichen zu können, benötigt man in Österreich eine Ausbildung zum Facharzt oder Allgemeinmediziner. Die Ausbildungen von Psychiatern und Psychotherapeuten unterscheiden sich grundlegend. Psychiater absolvieren ein Studium der Medizin und eine Facharztausbildung für Psychiatrie (und Neurologie). Als Arzt ist es ihnen möglich Medikamente und Psychopharmaka zu verschreiben.
Psychotherapeuten beschäftigen sich in ihrer Ausbildung mit innerpsychischen Vorgängen und lernen in ihrer Ausbildung sich als Ansprechpartner in der therapeutischen Beziehung hilfreich zur Verfügung zu stellen, um Probleme zu bearbeiten.
Es gibt jedoch Fälle, in denen auch Psychotherapeuten Medikamente verschreiben können. Nämlich dann, wenn Therapeuten gleichzeitig auch als Arzt mit entsprechender Ausbildung tätig sind.

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Was ist der Unterschied zwischen Psychotherapeuten, Psychologen und Psychiatern?

In meiner Praxis für Psychotherapie werde ich immer wieder mit der Frage konfrontiert was eigentlich der genaue Unterschied zwischen Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen ist. All diese Berufsgruppen haben sich zum Ziel gesetzt Menschen in ihrer psychischen Gesundheit zu stärken und sie bei psychischen Problemen zu unterstützen. Die Abgrenzung der Berufsgruppen fällt vielen Menschen schwer, wodurch es Hilfesuchenden oft nicht klar ist an wen sie sich eigentlich wenden sollen.

Im Folgenden versuche ich die Unterschiede der Berufsgruppen zu erläutern. Sie unterscheiden sich grundlegend bereits durch ihre Ausbildungen, durch die verschiedene Qualifikationen erworben werden. Bei Angeboten von verschiedenen Professionisten ist nicht immer eine eindeutige Abgrenzung möglich, da Personen auch mehrere Ausbildungen absolviert haben können und daher dann auch mehreren Berufsgruppen angehören. Ein Psychiater kann auch gleichzeitig eine Psychotherapieausbildung haben, wie auch ein Psychotherapeut gleichzeitig Psychologe sein kann.

Was macht ein Psychologe?

Um Psychologe oder Psychologin zu werden, wird das Studium der Psychologie an einer Universität abgeschlossen. Psychologie ist die „Lehre der Seele“. Sie beschäftigt sich mit dem Erleben und Verhalten des Menschen, seinen inneren Vorgängen und seiner Entwicklung im Laufe des Lebens. Die Psychologie findet in unterschiedlichen Bereichen Anwendung. Neben Werbung und Wirtschaft gibt es unter anderem Sport-, Schul- oder Verkehrspsychologen. Weiters sind Psychologen oft im Sozialbereich in der Beratung und Betreuung tätig. Mit entsprechender Zusatzausbildung zum klinischen Psychologen und Gesundheitspsychologen ist auch die Behandlung und psychologische Beratung von Personen mit psychischen Erkrankungen und Störungen möglich. Ein wesentlicher Bereich ist dabei auch die klinisch-psychologische Diagnostik, das Verfahren darstellt, in denen unter anderem standardisierte Fragebögen zum Einsatz kommen. Es werden dabei möglichst genaue Diagnosen erstellt und Abgrenzungen zu Krankheitsbildern vorgenommen. Dies kann betroffenen Personen Klarheit bringen und Grundlage für weitere Behandlungsschritte bieten.

Und was macht ein Psychotherapeut?

Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen absolvieren eine mehrstufige Ausbildung im Bereich der Psychotherapie. In Österreich ist die Ausbildung durch das Bundesministerium für Gesundheit geregelt, das die Absolvierung eines Propädeutikum und anschließend einer fachspezifischen Ausbildung vorschreibt. Sie findet überwiegend im Rahmen privater Vereine statt, wobei es in Österreich zunehmend zu Kooperationen mit Universitäten kommt. Bei der Psychotherapieausbildung handelt es sich um eine mehrjährige Ausbildung, die sehr praxisorientiert ist. Sie hat zum Ziel Menschen mit psychosozialen Problemen, psychischen Erkrankungen und Störungen zu behandeln bzw. zu therapieren. Psychotherapie ist jedoch kein einheitliches Verfahren. In Österreich existieren derzeit 23 verschiedene psychotherapeutische Methoden, die vom Bundesministerium für Gesundheit anerkannt sind. Neben der personzentrierten Gesprächstherapie zählen die Psychoanalyse, die systemische Familientherapie oder die Verhaltenstherapie zu den bekannteren Verfahren.

Was ist dann ein Psychiater?

Psychiater und Psychiaterinnen haben ein Medizinstudium und eine entsprechende Facharztausbildung für Psychiatrie absolviert. Sie sind auf die Diagnostik und Behandlung von psychischen Störungen und Erkrankungen spezialisiert. Im Gegensatz zur Ausbildung von Psychotherapeuten oder Psychologen befähigt das Studium der Medizin Psychiater dazu Medikamente zu verschreiben. Es ist somit die Einzige der beschriebenen Berufsgruppen die Psychopharmaka verschreiben darf.

In der Praxis können die Grenzen der beschriebenen Berufsgruppen durchaus verschwimmen. Das liegt darin begründet, dass Personen mehrere Qualifikationen erwerben können. Wie bereits erwähnt ist es möglich, dass jemand gleichzeitig Psychiater und Psychotherapeut oder auch Psychotherapeut und Psychologe sein kann.

Wenn Sie mehr über meinen beruflichen Werdegang als Psychotherapeut erfahren möchten, finden Sie hier Näheres zu meiner Person.

Ich bin Alkoholiker. Brauche ich eine stationäre Therapie?

Als Psychotherapeut mit Schwerpunkt Suchterkrankungen und Alkoholismus wird mir häufig die Frage gestellt, ob eine ambulante Behandlung möglich oder ob eine stationäre Therapie notwendig ist.

Vorweg möchte ich sagen, dass diese Frage nicht allgemein zu beantworten ist. Ein Behandlungsplan muss mit betroffenen Personen stets individuell erstellt werden. Ob eine stationäre Therapie notwendig oder sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Neben den Lebensumständen sind es vor allem auch Fragen des Trinkverhaltens und der mit der Alkoholerkrankung einhergehenden Symptome, die berücksichtigt werden müssen. Beispielsweise ob jemand Quartal- oder Spiegeltrinker ist, in welchem Ausmaß Alkohol konsumiert wird und ob körperliche Entzugserscheinungen auftreten.

Unter einem stationären Aufenthalt versteht man die Behandlung in einem Krankenhaus oder einer Einrichtung, wobei man über den Zeitraum der Behandlung in diesem verweilt. Stationäre Aufenthalte können von einigen Tagen bis zu Wochen oder Monaten dauern. In Bezug auf Alkoholerkrankungen gliedert sich eine stationäre Therapie in der Regel in Entzug bzw. der Entgiftung und/oder einer Entwöhnungsphase, die zur Stabilisierung dient.
Eine ambulante Behandlung meint hingegen die Behandlung und Versorgung durch niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten oder in Ambulanzen, während man in seinem gewohnten Wohnumfeld verbleibt.

Stationäre Therapieeinrichtung

Bestehen körperliche Entzugserscheinungen, die sich unter anderem durch Zittern, Schwitzen, Übelkeit, Fieber, wie auch durch Angst und Unruhe äußern können, ist jedenfalls eine medizinische Abklärung oder Begleitung empfohlen. Es ist sinnvoll sich mit seinem Arzt oder Ärztin abzusprechen. In manchen Fällen ist auch bei körperlicher Abhängigkeit ein ambulanter Entzug möglich. Eine Aufnahme in eine stationäre Therapie kann jedoch durchaus sinnvoll sein, da ein “kalter Entzug” (d.h. ohne medikamentöser Begleitung) auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann. Findet eine Entgiftung im stationären Setting statt, ist anschließend oft eine weiterführende stationäre Therapie zu weiteren Entwöhnung und Stabilisierung angedacht. In dieser kann in geschütztem Rahmen wieder in einen Alltag gefunden werden, der frei von Alkohol ist. In Distanz zum gewohnten und oft belasteten Umfeld werden erste neue Strategien zur Lebensbewältigung erlernt, die im Anschluss nach Entlassung im eigenen Alltag und Umfeld eingesetzt werden können.
Im Anschluss an eine stationäre Therapie ist eine weiterführende Maßnahme im Sinne einer Nachsorge empfehlenswert. Diese wird oft durch niedergelassene Psychotherapeut*innen geleistet.

Viele Betroffene ziehen aus familiären oder beruflichen Gründen eine längere Auszeit nicht in Betracht oder wollen ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen. Sie entscheiden sich für eine ambulante Therapie, die in der Regel aus einer Zusammenarbeit mit Psychotherapeut*innen und Ärzt*innen besteht. Beispielsweise kann ein Facharzt für Psychiatrie aufgesucht werden, der falls notwendig oder möglich beim Entzug begleitet. Besteht keine körperliche Abhängigkeit und daher keine Entzugssymptome kann in ärztlicher Absprache ebenfalls eine medikamentöse Unterstützung in Betracht gezogen werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Therapie ist jedoch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Suchtverhalten im Rahmen einer Psychotherapie. Diese kann als Einzeltherapie oder auch Gruppentherapie erfolgen. Auch Selbsthilfegruppen können für Betroffene eine nützliche Ressource darstellen.

In meiner Praxis für Psychotherapie in 1160 und 1230 Wien biete ich Gesprächstherapie nach dem personzentrierten Ansatz an. Am Anfang einer Therapie kann es auch zur Abklärung kommen, ob der Rahmen meiner Praxis für die betroffene Person überhaupt ausreichend ist. In ersten Gesprächen kann abgeklärt werden, ob auch das Aufsuchen eines Facharztes oder eine Fachärztin für Psychiatrie empfohlen ist bzw. ob ein stationärer Aufenthalt vielleicht doch sinnvoll erscheint.

Nähere Informationen zur Behandlung von Sucht und Alkoholerkrankungen, sowie mein Behandlungsangebot finden Sie hier.