Hilfe bei Sucht und Abhängigkeit

Heutzutage sind wir ständig mit Dingen und Mitteln konfrontiert, die süchtig machen können. Ob Einkaufstraße, Internet oder Supermarkt. Überall begegnen wir Substanzen und Sachen, die abhängig machen können. Alkohol, Nikotin und soziale Medien sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Aber wann bin ich süchtig? Wie werde ich überhaupt süchtig? Und wie kann ich eine Suchterkrankung wieder heilen und behandeln?

Was sind Suchterkrankungen?

Unter dem Begriff der Sucht wird ein innerlicher Drang verstanden einen gewissen Erlebenszustand herbeizuführen. Dieses Verlangen kann sich auf den Konsum bestimmter Substanzen wie Alkohol, Drogen oder Medikamente beziehen oder auch substanzungebunden sein, wie beispielsweise bei der Spiel- oder Kaufsucht.

Sucht stellt eine Erkrankung dar. Bei der Entstehung einer Suchterkrankung entwickelt sich aus einer Gewohnheit über einen missbräuchlichen Konsum eine Abhängigkeit. Durch ein bestimmtes herbeigeführtes Erleben (Rausch) wird versucht negativen Gefühlen zu entgehen. Oft stellt die Substanz oder das Verhalten, das mit der Sucht einhergeht, für die Betroffenen die einzige Möglichkeit dar und wird von einem starken Verlangen begleitet.

Wie entsteht Sucht?

Hilfe bei AlkoholerkrankungIn der Entwicklung einer Abhängigkeit kann anfangs ein gelegentlicher Konsum stehen. Beispielsweise wird gelegentlich mit Freunden Alkohol konsumiert. Aus dem gelegentlichen Bier oder Glas Wein wird dann eine Regelmäßigkeit. Es wird dann jedes Wochenende immer mehr getrunken. Oder der Konsum steigert sich, dass auch unter der Woche (und mitunter alleine) getrunken wird. Am Ende steht die Abhängigkeit und das ständige Verlangen nach Alkohol. Dies kann sich zeigen, indem sehr regelmäßig exzessiv Alkohol getrunken wird (Quartalstrinker) und dazwischen Pausen bestehen oder ständig Alkohol konsumiert wird und ein Alkoholspiegel gehalten wird (Spiegeltrinker).

Suchtverhalten als Versuch der Bewältigung

Suchtverhalten und der damit verbundene Rausch dient der Bewältigung negativer Gefühle und Stimmungslagen. Diese werden infolge des Konsums nicht mehr oder nur verändert empfunden. Oft treten Suchterkrankungen gemeinsam mit anderen Krankheitsbildern auf. Häufig sind Kombinationen mit Depression oder Angststörungen, Panikattacken und Phobien zu beobachten.
Da Suchtverhalten und der Konsum von Suchtmitteln rasch und effektiv wirkt, Gefühle dämpft und die Stimmung erhöht, neigen Personen mit missbräuchlichem Konsum dazu diesen zu wiederholen, um die Wirkung erneut herbeizuführen. Sucht und Abhängigkeit können dadurch rasch entstehen.

In der Suchtbehandlung wird zwischen der Abhängigkeit von Substanzen, wie Alkohol oder Drogen und substanzungebundenen Süchten unterschieden.

Häufige Abhängigkeiten von Substanzen (legale und illegale Drogen):

  • Arten von Sucht und AbhängigkeitAlkohol
  • Nikotin
  • Cannabis / Marihuana
  • Speed / Crystal Meth / Mephedron
  • MDMA / Ecstasy
  • Kokain
  • Heroin
  • Medikamente: u. a. Morphium, Benzodiazepine etc.

Bei substanzgebundenen Süchten wird zudem zwischen einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit unterschieden. Nicht alle Drogen führen zu einem körperlichen Entzug und Entzugserscheinungen. Allen voran sind Alkohol und Heroin zu nennen, die bei einer Abhängigkeit starke körperliche Symptome hervorrufen können.
Auch wenn eine Vielzahl an Drogen keine Abhängigkeit auf körperlicher Ebene mit sich bringt, bedeutet dies jedoch nicht, dass diese harmlos sind. Die psychische Abhängigkeit darf dabei nicht unterschätzt werden und stellt in der Suchtbehandlung den weitaus längeren und für Betroffene aufwändigeren Teil dar.
Diese psychische Abhängigkeit ist es auch, unter der Personen leiden, die an substanzungebundenen Süchten erkrankt sind.

Häufige substanzungebundene Suchterkrankungen:

Es können ganz alltägliche Dinge sein, die hier zu einer Suchterkrankung führen. In der Entstehung sind es die gleichen Faktoren wie bei Alkoholismus oder einer Drogensucht. In der Kaufsucht ist es das Erleben von positiven Gefühlen während des Einkaufens. Im Kaufrausch werden negative Gefühle vorübergehend ausgeblendet und die Stimmung aufgehellt. Die darauf folgenden Gefühle von Scham und Enttäuschung können hier ebenso auftreten, wie bei Alkoholikern oder Drogenabhängigen nach einem starken Rausch.
Auch wenn hier weniger körperliche Auswirkungen auftreten, können die Folgen ebenso die eigene Existenz bedrohen und Auswirkungen auf Finanzen, Ausbildung, Beruf und Privatleben haben.

Zur Therapie von Suchterkrankungen

In der Psychotherapie kommt es zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Sucht- und Konsumverhalten. Ursachen bei der Entwicklung der Suchterkrankungen können dabei genauso betrachtet werden wie Funktionen, die das Suchtverhalten oder die Substanz für die betroffene Person erfüllt. Wie beschrieben sind es zumeist negative Gefühle, Empfindungen und Erinnerungen, die mithilfe des schädlichen Konsums versucht werden zu bewältigen.

Ein wesentlicher Bestandteil einer Therapie ist es die dahinter liegenden psychischen Probleme und Belastungen zu bearbeiten. Es werden neue Strategien in der Lebensbewältigung und Lösungen zur Bearbeitung innerer Konflikte geschaffen.

Das mit der Sucht verbundene Verhalten kann dann zunehmend an Bedeutung verlieren, da an ihre Seite neue Möglichkeiten der Bewältigung treten.

Im Rahmen einer Psychotherapie geht es um die Behandlung der psychischen Abhängigkeit. Bestehen starke körperliche Symptome und Entzugserscheinungen ist meist eine stationäre Therapie empfohlen, bei der ein Entzug mit medikamentöser Unterstützung und ärztlicher Aufsicht erfolgen kann.
Anschließend kann eine ambulante Gesprächstherapie die weiterführende Behandlungsmöglichkeit darstellen.
Oft wird die Frage gestellt, wie lange eine Therapie dauert. Dies kann leider nicht allgemein beantwortet werden. Bei körperlicher Abhängigkeit kann ein Entzug in relativ kurzer Zeit innerhalb weniger Wochen erfolgen. Die psychische Abhängigkeit stellt jedoch die Betroffenen vor eine weit größere Herausforderung. Diese zu bewältigen kann längere Zeit in Anspruch nehmen und ist unter anderem auch davon abhängig, wie lange die Suchterkrankung bereits besteht.

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