Spezifische und isolierte Phobien

In meiner Praxis für Psychotherapie begegne ich vielen Menschen, die unter Ängsten leiden, die zu den spezifischen bzw. isolierten Phobien zählen. Dabei handelt es sich um eine besondere Form einer Angststörung. Die Angst bezieht sich dabei auf ein bestimmtes Objekt, eine Situation oder einen Ort. Betroffenen ist es meist bewusst, dass die Angst ein übertriebenes Ausmaß annimmt und objektiv gesehen nicht in Relation mit der tatsächlichen Situation steht.

Häufig suchen Betroffene Hilfe durch Psychotherapie, wenn sie an folgenden Ängsten und den damit verbundenen Symptomen leiden:

Flugangst

Angst vor dem Fliegen (Aviophobie) ist weit verbreitet. Viele Menschen leiden vor und während Flugreisen an Angstzuständen, die von innerer Unruhe und Nervosität bis hin zu Panikattacken reichen können. Oft sind damit Vorstellungen von Katastrophen verbunden, was während des Fluges alles passieren könnte. Diese reichen von einem Flugzeugabsturz, über Entführung bis zu einem Herzinfarkt während der Reise. Es besteht Angst vor einem Kontrollverlust, da man sich Piloten anvertraut und während des Flugs die Situation nicht einfach verlassen kann. Flugangst kann hier auch mit einer bestehenden Höhen- oder Platzangst verbunden sein.

Höhenangst

Eine Höhenphobie (Akrophobie) zeigt sich in der Angst vor Höhen oder Tiefen, wenn eine größere Entfernung zum Boden besteht. Diese kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Manche Menschen haben bereits Angst, wenn sie auf eine Leiter steigen. Bei anderen zeigt sich Höhenangst dann, wenn sie einen Balkon betreten, aus einem höheren Stockwerk aus dem Fenster sehen oder über eine Brücke gehen. Die Angst in diesen Situationen kann sich bis zu Panik entwickeln. Oft versuchen Betroffene Situationen zu vermeiden, was die Lebensführung einschränkt und dazu führt, dass sie sich in psychotherapeutische Behandlung begeben.

Angst vor Hunden, Schlangen, Spinnen oder anderen Tieren

Tierphobie

Weit verbreitet sind Phobien vor Tieren. Häufig sind es Spinnen, Schlangen oder andere Reptilien, sowie Insekten, die Betroffene in Angst und Schrecken versetzen. Tierphobien sind oft mit Ekel verbunden. Der Aufenthalt im selben Raum ist oft nicht auszuhalten. Betroffene meiden jene Tiere, die Angst auslösen, was abhängig von der Phobie oft so zu bewerkstelligen ist, dass sie keinen allzu großen Leidensdruck verspüren und sich daher auch nicht an Psychotherapeut*innen wenden. Tierphobien beruhen meist auf Erfahrungen in der Kindheit. Beispielsweise kann eine negative Erfahrung mit einem Hund Auslöser bei der Entstehung einer Hundephobie sein.

Angst vor Blut, Spritzen oder dem Arzt

Ängste rund um die Gesundheit sind nicht ungewöhnlich. Im Übermaß können sie jedoch krankhaft sein. Häufig haben Menschen Angst vor Arztterminen. Vor allem der Besuch bei Zahnärzt*innen löst bei vielen Menschen Panikreaktionen hervor, da mit ihm schmerzhafte Behandlungen verbunden werden. Arzttermine lösen bei Menschen mit einer Spritzen- und Nadelphobie besondere Angst aus, besonders wenn es zu einer Blutabnahme oder Impfung kommt. Neben Spritzen und Injektionen sind es oft auch Blut und Verletzungen, die Angst auslösen. Manche Menschen können kein Blut sehen und erleben bei dessen Anblick starke körperliche Symptome, die bis zur Ohnmacht führen können.

Zur Behandlung von spezifischen und isolierten Phobien

Die angeführten Ängste sind nur ein kleiner Auszug von bekannten phobischen Störungen. Diese können äußerst vielfältig sein und sich nahezu auf jedes Objekt, jede Situation oder jeden Ort beziehen. Ob sich eine Person, die an einer Phobie leidet, in Therapie begibt, hängt davon ab, wie sehr die Person unter ihren Umständen leidet. Eine Person mit einer Schlangenphobie, die in der Stadt wohnt und nur in seltenen Fällen mit diesen Tieren konfrontiert ist, wird sich deshalb kaum in Psychotherapie begeben. Auch arrangieren sich Personen mit Flugangst oft mit ihren Angstzuständen und behandeln diese im Vorfeld eines Fluges mit Medikamenten, die beruhigen und ihnen helfen die Reise besser zu überstehen. Belastend sind Ängste vor allem dann, wenn sie den Alltag erschweren und das eigene Leben beeinträchtigen. Besteht beispielsweise Angst vor dem Fahren mit der U-Bahn, kann das massiv einschränken und belasten, wodurch Psycholog*innen oder Therapeut*innen aufgesucht werden. In manchen Fällen bestehen Ängste auch nicht alleine, sondern sind Teil eines anderen Störungsbildes, wie jenem der Agoraphobie oder einer generalisierten Angststörung.

Hier finden Sie Näheres zu Psychotherapie bei Angststörungen und Phobien.